Essen ohne Hunger

Warum wir so oft essen, obwohl wir gar keinen Hunger haben?

Hier kannst du diese Podcastepisode auf iTunes oder Spotify hören.

In meinen Seminaren und Workshops stelle ich immer wieder die Fragen danach, wer noch echten Hungern kennt. In den meisten Fällen war die Antwort der Teilnehmer:  „Hunger? Habe ich schon lang nicht mehr gespürt“. Am Anfang dachte ich, das ist was Selbstverständliches. Mit der Zeit habe ich aber etwas dazu lernen dürfen. 

Eine erschreckende Erkenntnis. 

Seitdem habe ich mir viele Gedanken gemacht, warum wir eigentlich so häufig essen, obwohl wir gar keinen Hunger haben. 

Die drei wichtigsten Gründe habe ich in der heutigen Folge zusammengefasst. 

Der erste Grund: 

Wir haben heute eine unglaubliche Verfügbarkeit, eine unglaubliche Vielfalt an Lebensmitteln, die uns zur Verfügung stehen. Das Angebot auf dem Markt wird uns tagtäglich präsentiert. In Restaurants, Imbissbuden, Bäckereien, Dönerbuden und anderen Essensständen werden wir – unterwegs – immer wieder daran erinnert was es so alles leckeres gibt. Beim Einkaufen sehen wir immer wieder diese Fülle an Produkten, die wir heutzutage alle kaufen können. Wir geraten also wirklich oft in Versuchung, etwas zu essen,    einfach weil es gut ausschaut, weil es gut riecht oder uns gerade angeboten wird. Wir werden durch Ausseneinflüsse gesteuert. 

Der zweite Grund: 

Emotionen und Muster. Sehr oft stecken Emotionen dahinter, wenn wir zum Essen greifen. 

Schokolade, Süßigkeiten oder andere Leckereien helfen und manchmal, schlechte Stimmung zumindest kurzfristig etwas aufzuhellen. Oft ist Essen aber auch verknüpft mit Mustern, die uns von klein auf anerzogen wurden.

Wenn Süßigkeiten in der Kindheit als Belohnung oder zur Ablenkung eingesetzt wird, prägt sich dies als Essensmuster gerne bis ins hohe Alter, wenn man nicht irgendwann bewusst dagegen steuert. 

Der dritte Grund: 

Wir haben unsere Somatische Intelligenz verlernt. Wir achten nicht mehr auf unsere eigenen Körpersignale. 

Die Kombination aus diesen Punkten: das Essensangebot zu groß, Essen aus emotionalen Gründen UND das Missachten der Körpersignale ist eine fatale Mischung. Wir lassen uns von der Aussenwelt steuern. Das Thema Ernährung beschäftigt uns alle. Und so gibt ein jeder seinen Senf dazu. Eine Diät folgt der nächsten, ein Foodtrend nach dem anderen sprießt aus dem Boden. 

Je mehr wir uns auf Ratgeber, Freunde und Bekannte, Trends oder ähnliches einlassen, umso weniger achten wir auf unsere eigenen Körpersignale. 

Wir essen, weil in der Kantine gerade Essenszeit ist. Wir essen, weil wir Stress haben, weil wir uns belohnen wollen, weil uns langweilig ist. Wir essen, weil wir irgendwas Gutes sehen oder angeboten bekommen. Statt uns selber in genau dieser Situation mit der Frage zu beschäftigen: habe ich überhaupt Hunger? 

Das Bewusstsein ist ein entscheidender Faktor, den wir uns immer wieder in Erinnerung rufen sollten. 

Je bewusster uns ist, warum wir eigentlich essen, umso besser können wir auch einfach mal nein sagen.  

Beobachte doch mal dein Essverhalten. Was sind die Gründe dafür, wenn du isst? Warum greifst du zum Essen? 

Und in welchen Situationen kannst du gut nein sagen? Wann kannst du gut aufhören, wenn du satt bist? Wann kannst du Essen ablehnen. 

Wie geht es dir in dem Moment? Was sagen dein Herz und dein Bauch? Speicher dir dieses Gefühl für die nächste Situation, in der du schwach wirst. Denke daran, wie es dir auch gehen kann. Mach dich selber stark, indem du dran glaubst, dass du es kannst. 

Ich wünsch dir viel Erfolg und freue mich über dein Feedback!