Emotionaler Hunger

Emotionaler Hunger

Wie du echten Hunger von emotionalem Hunger unterscheiden kannst!

Was genau ist eigentlich Hunger?

In meinen vielen Workshops und Seminaren frage ich immer wieder nach dem Unterschied zwischen Hunger und Appetit.
Manchmal bekomme ich die richtige Antwort, aber nicht immer. Denn es gibt viel zu viele Menschen, die sich heutzutage von ihrem Appetit leiten lassen und sich die Frage nach Hunger gar nicht mehr stellen. Die um Punkt 12 in die Kantine gehen, weil es eben Essenszeit ist. Die nachmittags zur Schokoschublade gehen, weil das zur Pause dazu gehört. Die sich abends den Bauch voll schlagen, weil sie im Restaurant fürs Essen bezahlt haben und nichts verkommen lassen wollen. 

Willst du diesen Beitrag lieber hören statt lesen? Dann gehe entweder auf iTunes oder Spotify oder höre dir die Folge hier an:

Wirklicher Hunger? Für viele ein Fremdwort. 

Hunger ist ein Signal deines Körpers, mit dem er dir sagen möchte, dass er Energie braucht. 

Energie, um am Leben zu bleiben. Ganz vereinfacht gesagt. 

Die meiste Energie brauchen wir übrigens tatsächlich einfach nur zum Überleben. Das ist der sogenannte Grundumsatz.Die Energie, die wir verbrauchen in dem wir einfach da sind. Dazu kommt Energie, um unsere tägliche Arbeit zu leisten, die vor uns liegt. Energie, um das Gehirn zu füttern, und irgendwann dann noch Energie um Sport zu machen.  

Sobald die Energie ausgeschöpft ist, verlangt unser Körper nach mehr. Wir essen. Dann folgt das Stop-Signal: Sättigung tritt ein. Ein sehr komplexes System, was aber sehr gut funktioniert. Wenn man es beachtet. Leider tun das heute viele Menschen nicht mehr und ganz viele andere Dinge beeinflussen unser Leben. 

Übrigens: wenn du den Hunger einfach missachtest, und nichts isst weil du denkst davon wirst du schlank: Pustekuchen. Dein Körper holt sich die Energie dann einfach woanders. Was langfristig dazu führt, dass dein Stoffwechsel verlangsamt wird. Das wäre aber an dieser Stelle zu komplex. 

Merke dir einfach: Hunger – Essen, Sättigung – Stop 😉 

Anzeichen für echten Hunger sind körperlicher Natur!

Dein Magen knurrt, dein Leistung sinkt, du fühlst dich geschwächt und der Blutzuckerspiegel sinkt langsam in den Keller. Bei manchen Menschen entsteht vermehrter Speichelfluss und es können auch Kopfschmerzen auftreten, Schwindel und Übelkeit. Hunger ist in der Regel beständig und verschwindet nicht einfach nach ein paar Minuten. Echter Hunger bleibt. Und: Hunger ist wenig zielgerichtet. 

Wenn du Appetit hast, oder auch emotionaler Hunger auftritt, hast du das Bedürfnis nach etwas Besonderem, nach einer ganz speziellen Mahlzeit. 

Hunger? Da darf es alles sein. Ich esse da oft die wildesten Kreationen, einfach um den schlimmsten Hunger erst einmal zu stillen. 

Frag dich doch mal selbst: wann warst du das letzte Mal richtig hungrig? Und dann gehe mal ein paar Jahre zurück, vielleicht sogar Jahrzehnte: Ich kann mich noch gut an den Einkauf im Tante-Emma-Laden erinnern: Joghurt, Milch, Wurst, Käse, Obst, Gemüse – alles da. 

Es gab Basics, die aber total ausreichend waren und die uns auch das Gefühl gaben, nicht verhungern zu müssen. Wir konnten uns noch auf unsere Signale verlassen. Wir konnten bei Hunger essen, bei Sättigung aufhören. Heute leben wir im Überfluss. Viel zu viele Produkte, viel zu viele Informationen. 

Was folgt? Wir lassen uns von der Aussenwelt leiten. Lassen uns auf Gerüche ein, auf bestimmte Uhrzeiten, und wir lassen uns von unserer Gefühlswelt leiten. Wann immer der Auslöser von deinem Essen nicht das wirklich körperliche Signal HUNGER ist, frage dich was dahinter steckt. 

Eine Gewohnheit? 
Emotionen? 
Appetit? 

Wir essen, obwohl wir keinen Hunger haben. Essen weiter, obwohl wir schon satt sind. 

Hier spielt unsere innere Gefühlswelt eine große Rolle. Mit Essen kann man sehr viele Bedürfnisse befriedigen, zumindest kurzzeitig. Ich glaube, dass hinter jedem Essen, was nicht durch Hunger ausgelöst wird, eine Emotion steckt. Beobachte dich doch mal und schaue, aus welchen Gründen du isst. Natürlich gibt es auch immer Ausnahmen. 

Auch ich esse manchmal etwas, einfach weil es Spaß macht und es mir schmeckt, auch wenn ich keinen Hunger habe. Das kann ich aber einfach akzeptieren, wenn kein Gefühl damit verknüpft ist. Und auch wenn ein Gefühl dahinter steckt: akzeptiere es und versuche es anzunehmen. 

Emotionalen Hunger zu erkennen heisst auch, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Bei meinem Retreat in Spanien tun wir genau das: 3 Tage lang geht es nur um dich: SELFLOVE RETREAT