Essen ohne Tyrannei – Birgit Engert im Interview mit der Süddeutschen Zeitung

SZ Essen ohne Tyrannei

Gegen das hundertste neue Ernährungsdogma steht das Prinzip der Somatischen Intelligenz: Der Mensch isst einfach, was Körper, Herz und Verstand ihm sagen.

Ich durfte in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung über die Somatische Intelligenz sprechen. Wie schön, dass dieses Thema endlich mehr Aufmerksamkeit bekommt.

Hier ein kleiner Auszug aus dem Text – die ausführliche Version findest du unter folgendem Link:
https://happyness-muenchen.de/wp-content/uploads/2018/11/EssenohneTyrannei.pdf

„Kleine Kinder wissen in der Regel intuitiv, was ihnen bekommt oder nicht. Und sie wissen, wann es genug ist. So wenden sich schon Neugeborene, wenn sie genug Milch von der Brust ihrer Mutter oder aus der Flasche getrunken haben, zufrieden zur Seite und schlafen ein. Sie haben seit ihrer Geburt gewissermaßen einen kleinen Ernährungsberater in ihrem Körper sitzen, der unter anderem Hunger- und Sättigungssignale steuert“, sagt Birgit Engert, Ernährungscoach und Trainerin für Somatische Intelligenz in München. Doch das richtige Gespür dafür, wann man satt ist und was einem bekommt oder nicht, ist bei Erwachsenen in der Regel verloren gegangen oder es wurde ihnen sogar regelrecht aberzogen. „Unsere Ernährungsgewohnheiten sind heute vorwiegend kulturell geprägt, das heißt von unserer Bildung, Erziehung, vom Angebot und von unseren Moralvorstellungen“, erklärt Engert.

Vegane Ernährung – hot or not?

vegan - hot or not

Es ist schon einige Zeit her, als ich mich auf einen Deal eingelassen habe. Für jede auf der Wiesn (dem Münchner Oktoberfest) zu mir genommene Mahlzeit ernähre ich mich eine Woche vegan. Mutiges Vorhaben, denn wer mich kennt weiß, dass ich sehr gerne auf die Wiesn gehe und dass ich mich in meiner Ernährung nur ungerne einschränke. Dennoch habe ich es mir fest vorgenommen. Ich bin trotzdem gerne immer wieder auf die Wiesn gegangen. Ich habe ehrlich mitgezählt, manchmal sogar etwas mehr Mahlzeiten gezählt als nötig (ein geteiltes halbes Hendl habe ich bspw. als ganze Mahlzeit gezählt), da ich wirklich vorhatte, mein Vorhaben in die Tat umzusetzen und auch nicht im Ansatz dachte, dass es mir Probleme bereiten könnte. Vielleicht liest du zwischen den Zeilen schon, dass es nicht ganz geklappt hat. 8 Wochen hätten es werden sollen. Ganze drei Tage habe ich durchgehalten.

Ich hab es wirklich versucht und wollte dem Ganzen eine Chance geben. Aber es ging einfach nicht. Mein Körper hat förmlich nach Milchprodukten geschrien. Fleisch und Wurst waren gar nicht das Problem. Aber Käse, Quark, Joghurt, Milch – all das hat mir wahnsinnig gefehlt. Und das an nur drei ganzen und einem halben Tag, den ich durchgehalten habe. Jeder der mich kennt hat mich, als ich von meinem Vorhaben berichtet habe, erstmal für verrückt erklärt. Aber jeder der mich kennt, hätte auch gedacht dass ich es durchziehe. Aber beim besten Willen: es ging einfach nicht. Zu groß war der „Heeper“ nach Käse, Milch und Co. Einmal habe ich eine Alternative versucht – ich glaube man nennt es Alternativkäse? Es war eine Katastrophe. Ganz ehrlich, ich kann mir nur schwer vorstellen, dass es jemanden gibt, dem das wirklich schmeckt. Burgerfleisch aus Kidneybohnen und Cashewkernen war ok, das kann man mal essen. Aber auch nur mal. Der Käse ging leider gar nicht. Ansonsten bietet die vegane Welt wirklich viele tolle Rezepte und ich bewundere die Kreativität, die (fast) jeder Veganer an den Tag legt.

Mich hat dieses Experiment zum Nachdenken gebracht. Ja, es sterben viele Tiere aufgrund von dem viel zu hohen Fleischkonsum. Aber ist es wirklich besser, genmanipulierte Sojafelder zu unterstützen? Ist es besser, auf Milch zu verzichten und den Anbau von Mandeln in aller Welt zu unterstützen? Warum bezahlt man mehr als 2 Euro für eine pflanzliche „Milch“, die eigentlich nur aus Wasser besteht, kann aber keinen Euro für eine frische Kuhmilch berappen? Warum wird ein halbes Suppenhuhn im herkömmlichen Supermarkt im Angebot für nur 2 Euro verkauft? Ganz einfach – weil es die Kunden kaufen. Genau das ist das Problem. Ich mag das bewusste Handeln aller Veganer und auch Vegetarier tragen bestimmt eine etwas geringere Last auf ihren Schultern. Aber man kann auch als Nicht-Veganer oder Nicht-Vegetarier bewusst konsumieren. Nur Fleisch kaufen, das aus der Region stammt und von Tieren, die ein glückliches, gesundes Leben hatten. Milch von Kühen kaufen, die frisches Gras und Heu fressen dürfen. Die Bauern unterstützen, die täglich harte Arbeit leisten. Frische Butter, hausgemachter Käse. Und das alles für einen fairen Preis statt zu Dumpingpreisen. Ich fühle mich damit sehr viel wohler, als mit dem krampfhaften Versuch, Alternativen zu finden. Alternativen, die für mich keine wirklich bessere Lösung darstellen.

Ich für meinen Teil kann mit gutem Gewissen sagen: meine Somatische Intelligenz hat gesiegt und mir ganz deutlich aufgezeigt, dass ich Milchprodukte, Fleisch und Fisch brauche. Nicht jeden Tag, aber gerne ab und zu. Dafür aber aus einer Quelle, der ich vertrauen kann und die für gute Qualität steht. Somit unterstütze ich Bauern aus der Region, tue etwas für meine Gesundheit und fühle mich einfach wohl. Ich brauche keine Nahrungsergänzungsmittel sondern bekomme über die tägliche Nahrung alles was mein Körper braucht. Vielleicht stöbere ich mal wieder nach dem ein oder anderen Rezept, denn hier bietet die vegane Welt wirklich viel Inspiration. Aber auch das muss nicht jeden Tag sein 😉

Wie du überflüssige Pfunde über die Feiertage vermeidest

Ich glaube jeden von uns graust es etwas vor der Völlerei an den Weihnachtsfeiertagen. So gut es auch schmeckt, so miserabel fühlt man sich danach. Vollgefressen von fettigem Braten, Knödeln mit Soße, Plätzchen, Lebkuchen und Co.

Wie schaffst du es, die Tage trotzdem genießen zu können und keine überflüssigen Pfunde anzusetzen?

Feiertag Pfunde

Hier meine fünf wichtigsten Tipps:

  1. Lass keine Mahlzeiten ausfallen:
    So absurd es klingt: das Wichtigste ist, auch rund um das Festtagsmahl ordentlich zu essen. Plane regelmäßige Mahlzeiten ein. Zumindest Frühstück, Mittagessen, Abendessen sollten es sein. Wenn du weißt, es gibt abends einen fetten Braten, versuche trotzdem normal zu frühstücken und mittags eine ausgewogene Mahlzeit hinzubekommen. Denn zu lange Essenspausen verlangsamen deinen Stoffwechsel. Solltest du auf Frühstück oder Mittagessen verzichten, hast du zudem abends ein so großes Loch im Bauch, dass du dich auf den Braten stürzen wirst, ihn viel zu schnell und entsprechend zu viel zu dir nehmen wirst. Also: lieber vorbeugen und mit weniger Hunger ins Rennen starten. Dann isst es sich um einiges entspannter.

 

  1. Gleiche deine Makronährstoffe aus
    Klingt kompliziert, ist aber ganz einfach: ich nehme als Beispiel wieder den fetten Braten. Wenn der für abends geplant ist, versuche den Rest des Tages (also beim Frühstück und beim Mittagessen) möglichst fettarm zu essen. Also kein extra Käse, wenig Butter und Öl und lieber gekochter Schinken als Speck im Rührei. Denn die maximal empfohlene Fettzufuhr ist leider sehr schnell erreicht.

 

  1. Iss ausreichend Kohlenhydrate
    Je weniger Kohlenhydrate du aufnimmst, umso höher wird deine prozentuale Fettaufnahme ausfallen. Denn neben Kohlenhydraten und Fetten bleiben bei den Makronährstoffen nur noch Proteine. Und die kommen, zumindest in tierischer Form, immer in Kombination mit Fett um die Ecke. Also iss mittags lieber eine Scheibe Brot dazu als die extra Portion Käse.

 

  1. Achte auf deine Sättigung
    Versuche wirklich langsam zu essen und nur so viel bis du satt bist. Dann macht Essen in der Regel am meisten Spaß, da du danach nicht dieses lästige Völlegefühl hast, was auch nach dem 5. Schnaps nicht weggeht. Mache lieber eine Pause und heb dir den Rest für später oder morgen auf.

 

  1. Erst essen, dann trinken!
    Last but not least: versuche so oft es geht, Alkohol erst nach dem Essen zu dir zu nehmen. Denn Alkohol ist für deinen Körper ein Fremdkörper und er möchte ihn so schnell wie möglich loswerden. Das heißt, dass alles was du isst erstmal geparkt wird und dein Körper zuerst die Alkoholkalorien verbrennt. Dazu kommt, dass du deine Sättigung nach dem Genuss von Alkohol nicht mehr so gut kontrollieren kannst und es schnell passiert, dass du zu viel isst.

Du wirst sehen, so überstehst du die Weihnachtstage ohne größere Schäden. Lass deine Waage am besten auch im Keller und wiege dich erst, wenn wieder Normalität in deinen Alltag eingekehrt ist. Denn ein paar Tage Völlerei lassen sich hervorragend wieder ausbügeln indem du danach einfach ganz normal weiter machst und keine großen Extreme à la Saftkur & Co anstrebst! ENJOY!

Haben dir die Tipps geholfen? Hinterlasse doch einen Kommentar und lass mich und die anderen wissen, wie du über die Feiertage klar gekommen bist!

Raus aus dem Diätenwahn – 5 essenzielle Tipps

Wie viele Diäten hast du schon hinter dich gebracht? Und wie viele davon waren erfolgreich? Mit erfolgreich meine ich nicht, dass du abgenommen hast. Mit erfolgreich meine ich, dass du dein Gewicht halten konntest. Und immer noch hältst. Vermutlich keine – sonst wärst du nicht hier, oder?

Diätenwahn

Mir ging es genauso. Mit 15 habe ich mein Essverhalten auf den Kopf gestellt und mich auf einmal nicht mehr auf mein Gefühl verlassen sondern Tipps aus Sport- und Frauenzeitschriften beherzigt. Wie dumm. Finde ich zumindest im Nachhinein. Ich war nie wirklich dick, aber ich war unzufrieden mit mir und meinem Körper. Was ich daraus gemacht habe war ein Riesenthema. Zum Glück habe ich einen Weg aus diesem Dschungel gefunden, der mich dorthin gebracht hat wo ich heute bin. Ich weiß aber auch, wie schwierig es ist, diesen Weg zu finden. Denn jede Diät macht das Problem noch größer, noch schlimmer, noch präsenter. So dass du am Ende den Überblick verlierst: was darf ich überhaupt noch essen, ja was darf ich überhaupt noch anschauen ohne zuzunehmen. Du isst kopfgesteuert und lässt dich von der Außenwelt lenken, statt dich auf dein Bauchgefühl zu verlassen. Und genau das ist entscheidend, um wieder eine gewisse Gelassenheit zu entwickeln. Um sich wieder zurecht zu finden im Ernährungsdschungel. Und um wieder Spaß am Essen zu haben.Ein paar weitere Tipps, um einen Weg aus dem ewigen Diäthalten zu finden:

1. Höre auf, schlaue Ratgeber und Ernährungstipps zu lesen

Wenn es um Ernährung geht hat jeder eine Meinung. Jeder weiß irgendwas zu dem Thema und in der Regel meint es auch jeder besser zu wissen als du selbst. Vielleicht hat bei deiner Kollegin die Diät xy funktioniert. Das heißt aber nicht, dass sie bei dir auch funktioniert.
Traue nur dir selbst. Wenn du dir das nicht zutraust, suche dir professionelle Hilfe. Aber bitte niemanden, der dir verspricht mit der neuesten Diät ganz schnell viele Kilos zu verlieren.

 

2. VERBOTE SIND VERBOTEN

Sobald du dir etwas verbietest, wird es auf einmal unglaublich interessant. Streiche also sämtliche Verbote aus deinem Konzept. Auch wenn das erstmal nach hinten losgehen sollte, langfristig bist du damit garantiert besser bedient als damit, alles von deinem Speiseplan zu streichen was dir schmeckt.

 

3. Iss regelmäßig

Je regelmäßiger du isst, umso besser wird dein Blutzuckerspiegel reguliert. So kommst du nicht in die Gefahr von lästigen Heisshungerattacken. Dein Körper gewöhnt sich an ausreichende Mahlzeiten und nur so kann der Stoffwechsel aktiv werden. Nimm dir zum Essen ausreichend Zeit und snacke nicht zu viel zwischendurch.

 

4. Beweg dich regelmäßig

Bewegung ist das A und O. Dabei muss es nicht immer Extremsport sein. Gehe spazieren, erledige Einkäufe zu Fuß und vermeide zu langes Sitzen. Das ist fürs Erste schon schwierig genug. Wenn du die ersten Vorhaben erfolgreich gemeistert hast, kannst du dir ein neues, etwas fortgeschritteneres Ziel suchen.

 

5. Vergleiche dich nicht mit anderen und mach dein eigenes Ding

Nur weil deine Nachbarin in eine enge Jeans passt, heißt das nicht dass sie ein besseres Leben führt. Fange an, dich und deinen Körper wieder zu mögen. Freunde dich mit ihm an und verbünde dich mit ihm. Nur gemeinsam schafft ihr das. Schlanke Menschen haben auch Probleme – nur andere. Also lass die anderen reden und mach dein eigenes Ding!

 

 

Natural Eating – dein Weg zu einer gesunden und ausgewogen Ernährung?

Wenn ich mir mein Essverhalten genau anschaue, würde ich es am ehesten in das Muster „Clean Eating“ einstufen. Ich versuche, industriell verarbeitete Produkte zu vermeiden, kaufe viel frisches Obst und Gemüse, backe ab und zu selber Brot und achte auf den nachhaltigen Konsum von Eiern, Fisch und Fleisch. Allerdings würde ich nie versuchen, einem Kunden „Natural Eating“ zu „verschreiben“. Denn meiner Ansicht nach ist das eine Einstellung, die man im Laufe der Zeit gewinnen kann. Die nicht von heute auf morgen erreichbar ist, sondern Schritt für Schritt erlebt werden muss. Weiterlesen

5 überzeugende Gründe, warum du Fertigprodukte vermeiden solltest

Du hast keine Disziplin, kein Durchhaltvermögen und schaffst es einfach nicht abzunehmen?
Weil du immer wieder zur Tüte Chips greifst und nicht nur eine Hand voll essen kannst sondern immer gleich die ganze Tüte vernichtest? Weil du immer wieder in verlockende Situationen gerätst und dem Geruch der Bäckerei nicht widerstehen kannst? Weil du nachmittags in ein Loch fällst und einfach Süßigkeiten brauchst?

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3 gute Gründe gegen LowCarb

LowCarb, Protein Brot, abends keine Kohlenhydrate, möglichst kein Brot und keine Nudeln. Meine Kunden kommen mit den wildesten Ernährungsgewohnheiten zu mir, weil „Kohlenhydrate böse sind“, weil „Nudeln dick machen“, einfach weil sie „das mal so gehört haben, dass das gut sein soll“, Ist es aber nicht. Zumindest nicht für jeden. Why not? Lies selbst:

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